Gespräch
„Es ist erstaunlich, wie schnell Menschen sich öffnen, wenn sie merken, der andere ist voll und ganz für sie da.”
Das Gespräch führte Stella C.Dunze
LOVEBOX
Was verbindet Menschen in einer zunehmend vereinzelten, von Kapitalismus, sozialen Medien und Selbstbezogenheit geprägten Gesellschaft?
Der Dokumentarfilm LOVEBOX von Daniela Michel und Alexander Kleider folgt Eric van Lente, der mit fast 50 Jahren an seiner Doktorarbeit über „Oneness“ schreibt. Seine These: Wir sind alle miteinander verbunden und bestehen aus denselben Elementen.
Gemeinsam mit Freund:innen, darunter Michel und Kleider, übersetzt er diesen Gedanken in ein Experiment. In der Wüste bei Kapstadt bauen sie die Lovebox auf – einen futuristischen Aluminium-Trailer, in dem jeweils zwei einander völlig fremde Menschen auf eine imaginäre Reise ins Weltall geschickt werden. Sie folgen den Anweisungen der Filmemacher und lassen sich auf eine Versuchsanordnung ein, die Nähe zwischen Menschen herstellen soll, die sich unter anderen Umständen womöglich nie begegnet wären.
Die Lovebox bleibt nicht in der Wüste. Sie zieht weiter in ein Township und an die Promenade von Kapstadt. Menschen unterschiedlicher Herkunft, sozialer Milieus und aus verschiedenen Teilen der Welt treffen aufeinander. Was zunächst wie ein verspieltes, beinahe hippieskes Experiment wirkt, führt immer wieder zu überraschend intimen und emotionalen Begegnungen.
LOVEBOX fragt damit nicht nur, was Menschen voneinander trennt, sondern vor allem, was von diesen Grenzen übrig bleibt, wenn zwei Fremde für einen Moment bereit sind, sie hinter sich zu lassen.
Lovebox, Regie Alexander Kleider, Daniela Michel. Kinostart 24.9.2026, Verleih Neue Visionen.