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Die Magie des Cosmic Defenders

Eine Filmbesprechung von Stella C.Dunze

 

 

Das Summen der Fliege treibt Olga(Teresita Sánchez) , die Protagonistin in Fernando Eimbckes Film Moscas,  beinahe in den Wahnsinn. Sie erwischt sie nicht. Eine Fliege ist der titelgebene Protagonist des Films, denn sie rahmt die Geschichte auf eigentümliche Weise.

Olgas Alltag ist von Einsamkeit geprägt. Gelegentlich lauscht sie genervt dem Lärm der Nachbarn, ansonsten verbringt sie ihre Zeit mit Computerspielen.

 

MOSCAS ist eine philosophische Betrachtung des Lebens, angesiedelt  in einem riesigen Wohnblock in Mexiko-Stadt: Regisseur Fernando Eimbcke ließ sich für das Drehbuch von dem Bestseller Marzahn, mon amour inspirieren.

 

Die Begegnung zwischen Olga und Cristian wird für beide zum Wendepunkt ihres Lebens.

Der Schwarz-weiß-Film berührt durch eine Fotografie, die das Leben in Momentaufnahmen festhält, als Kompositionen des Lebens. Die Beiläufigkeit, mit der er die Tragik seiner Figuren zeichnet, ist beeindruckend- mit der Rahmung einer Fliege, die diese Geschichte anekdotisch kommentiert.

 Olga vermietet ein Zimmer ihrer kleinen Wohnung für Angehörige von Patienten des nahegelegenen Krankenhauses, auf das sie mit einem Fernglas blicken kann.

Tulio und sein Sohn Cristian sitzen an einer Straße, teilen sich ein Sandwich und blicken zu jener Wohnung hinauf, in der sie bald übernachten werden. Dass Cristian mit einzieht, darf Olga allerdings nicht erfahren.

Fernando Eimbcke wechselt mehrmals die Erzählperspektive zwischen Olga und dem kleinen Cristian.

Zwischen der zurückgezogenen Frau und dem Jungen entwickelt sich allmählich eine Beziehung, die zunächst von Ablehnung geprägt ist. Olgas Distanz hat mit ihrer eigenen Familiengeschichte zu tun. Cristian wiederum bangt um das Leben seine Mutter Estela, die sich im letzten Stadium einer Krebserkrankung befindet. Sein größter Wunsch ist es, sie noch einmal im Krankenhaus zu besuchen.

Als Tulio für einige Tage einer neuen Arbeit nachgeht und Cristian mit Olga allein bleiben muss, setzt der Junge alles daran, seinen Wunsch zu verwirklichen.

In einem unerwarteten Moment kommen sich er und Olga näher. Sie lachen und tanzen zusammen in der kleinen Wohnung in einer der berührendsten Szenen des Films. Ausgerechnet Cristians Begeisterung für ein Computerspiel Cosmic Defender , in dem er Außerirdische bekämpft, lässt das Eis zwischen ihnen schmelzen. Der Kampf gegen die Aliens wird dabei zum Sinnbild seines verzweifelten Wunsches, auch die Krebszellen seiner Mutter zu besiegen.

Bastián Escobar spielt Cristian mit einer entwaffnenden Mischung aus Lebensfreude, kindlicher Naivität und Leichtigkeit. Sein Zusammenspiel mit Teresita Sánchez ist herzergreifend.

MOSCAS ist ein Film voller Hoffnung – gerade in all seiner Traurigkeit.

          Cristian (Bastian Escobar) und sein Vater Isaac (Enrique Arreola)
           Regisseur Fernando Eimbcke im Gespräch mit Stella C.Dunze